Sie sind verrückt, skurril, genial und wie du und ich: Die Typen von nebenan.

Die einen sammeln Hubschrauber (natürlich in Originalgröße), andere schnüffeln gerne an leeren Wasserflaschen und wieder andere kennen den wahren Sinn des Lebens, teilen ihre Kenntnisse aber nicht.

Autor J.P. Conrad hat mit “Kuriose Kerle” ein Bilderbuch der anderen Art geschaffen, das mit seinem schrägen Humor und schamloser Bissigkeit an Monty Python erinnert.

Kostprobe gefällig?


unkenwuppe


Die unsichtbare Unkenwuppe

Die Unkenwuppe vertritt die Ansicht, dass es besser ist, wegzusehen.
Das tut sie auch ausgiebig: Sie hat bei der ersten Mondlandung weggesehen, beim Fall der Berliner Mauer und auch beim Sehtest für den Führerschein.

Die Unkenwuppe sieht nur das, was sie sehen will und das sind am liebsten ihre selbst gemalten Bilder. Sie malt vorzugsweise immer das gleiche Motiv: Einen weißen Kaffeebecher, den sie als Werbegeschenk ihres Augenarztes für langjährige Treue erhalten hat. Nach über fünftausend Versionen hat sie allmählich Übung und plant eine Vernissage mit dem Titel: „Mein Becher – mein Leben“.
Kritiker bemängeln jedoch die fehlenden Kontraste zwischen der weißen Leinwand und dem weißen Kaffeebecher.

In ihrer Freizeit trainiert die Unkenwuppe für Olympia oder poliert ihre Kontaktlinse.
 
Ihre Lieblingsfarbe hat die Unkenwuppe noch nie gesehen,
ihr Leibgericht ist selbst für Hartgesottene unappetitlich.

Ihr Lebensmotto: „Was du heute nicht siehst, kann morgen nicht zurück gucken!“  


schraubenschrat

Der schreckhafte Schraubenschrat

Der Schraubenschrat hat seinen Namen zum einen durch das geschraubte Horn auf seinem Kopf (sein primäres Geschlechtsmerkmal, man mag es kaum glauben), zum anderen ist er ein sehr ängstlicher Zeitgenosse.

Wenn man überhaupt die Chance erhält, ihn zu Gesicht zu bekommen, wird er vermutlich gleich in Ohnmacht fallen. Der Schraubenschrat fällt nämlich so ziemlich wegen allem in Ohnmacht: Wenn jemand seinen Baum fällen will, wenn das Telefon klingelt oder wenn er seinen eigenen Schatten sieht.

Ansonsten ist er ein liebenswerter Waldbewohner, der bei allen durch seine Unaufdringlichkeit positiv auffällt. Die Amseln zum Beispiel können nur Gutes über ihn berichten, da sie ihm noch nie begegnet sind.
Der Schraubenschrat sammelt Schraubverschlüsse von Billigweinen (nur unter drei Euro die Flasche), Schraubendreher und Hubschrauber. Für letztere fehlt ihm mittlerweile allerdings der Platz.

Seine Lieblingsfarbe ist unauffällig und sein Leibgericht Entengrütze im Becher.

Er hat eine Brieffreundin in Vorpommern, der er noch nie geschrieben hat und einen Floh als Haustier, der ihn nicht ausstehen kann.